Sportschützen March e.V.

Chronik anlässlich unseres 25jährigen Jubiläums

 

Teil 1  
Teil 2   Teil 3

PROLOG; 1. VORSCHAU; 2. DIE NEUGRÜNDUNG; 3. DER LANGE WEG ZUM ZIEL

 

PROLOG    

Wenn ich hier als Chronist innerhalb der folgenden Zeilen "von unserem OSM" spreche, so soll dies in keiner Weise dazu dienen, mich selbst zu beweihräuchern.

Und wenn ich gleichzeitig darauf verzichtet habe, über jeden einzelnen Fehlschlag, jede Enttäuschung, über alle Misserfolge, über die vergeblichen Besuche bei den Behörden in ihrer Vielzahl zu berichten, so mag das vielleicht etwas beirren. Aber, wie sehr würde eine solch detaillierte Schilderung den Leser dieser Chronik ermüden und langweilen, es wäre zu langatmig. Und das wollte ich verhindern.

Nehmen Sie also teil an den Geschehnissen über 25 Jahre Vereinsgeschichte und haben Sie Verständnis, wenn ich das Eine hervorhebe und Andere vernachlässige.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen der nachfolgenden Zeilen und der von mir ausgesuchten und als wichtig angesehenen Bilder.

Soll diese Chronik auch unseren Nachfahren zeigen, was ein kleiner Sportschützenverein zu leisten vermochte und vermag.

Der Chronist

 

1. VORSCHAU    

Bevor man an die eigentliche "Chronik" über das 25-jährige Bestehen und seines Werdeganges herantrete kann, sollte auch die Zeit davor, die Zeit der Ideenfindung und des Zustandekommens bis zur endgültigen Vereinsgründung in Betracht gezogen werden.

Bereits im Jahre 1963 trat Eberhard Kusterer als aktiver Schütze in die Schützengesellschaft Freiburg ein und nahm an Vereins- und Kreismeisterschaften teil.

Als er dann (1969) nach seinem Umzug in die damalige Gemeinde Hugstetten als aktiver Sänger in den gemischten Chor "Eintracht Hugstetten" eintrat, frönte er nach wie vor an den Sonntag-Vormittagen seinem Hobby, dem Schießsport.

Im Laufe der Zeit gesellten sich zu diesen sonntäglichen Fahrten nach Freiburg zum Schießen seine Sangesbrüder Walter Simon, Erich Schaffner, Alfred Seiler und Peter Merk hinzu, denn auch sie fanden Freude am Schießsport.

In einer abendlichen Singstunde wurde von Alfred Seiler der Gedanke aufgeworfen, "man könnte doch einen eigenen Schützenverein, in der inzwischen ins Leben gerufenen Einheitsgemeinde "MARCH" gründen, was in diesem an sich kleinen Kreis entsprechenden Anklang gefunden hat.

Und so kam es, daß sich Eberhard Kusterer bereit erklärte, einen entsprechenden Aufruf im Gemeindeblatt, wer Interesse an einem neu zu gründenden Schützenverein habe, zu veröffentlichen.

Auf diesen Aufruf meldeten sich im Laufe von mehreren Wochen ca. 50 Interessenten.

Danach trat allerdings eine längere Pause ein, bis dann am 5. Sept. 1974 im Gemeindeblatt der Gemeinde March der folgende Aufruf erschienen ist.

 

"Achtung! Achtung!                                           05.09.1974

An alle Freunde und Gönner des Schießsports

Im Gemeindeblatt vom 03.05.1974 habe ich das Vorhaben, in March (Hochdorf mit eingeschlossen) einen Schützenverein zu gründen, angekündigt. Es meldeten sich zahlreiche Interessenten. Leider wurde die Einberufung zu einer Versammlung aus verschiedenen Gründen immer wieder verschoben. Ich hoffe nun, daß alle von ihrem Urlaub zurück sind und jetzt zu einer ersten konstituierenden Versammlung Zeit finden. Meine Einladung ergeht an alle Freunde des Schießsports, aktiv oder passiv. Es sind auch alle angesprochen, die evtl. den ersten Aufruf übersehen haben.

Wir treffen uns am Freitag, den 13.09.1974, im Gasthaus zum Roten Kreuz in Hugstetten um die Gründung in allen Einzelheiten vorzubereiten. Ihr zahlreiches Erscheinen würde mich freuen.

Eberhard Kusterer
March-Hugstetten, Parkstr. 1
Tel. 2156"

Am 13. September 1974 fand dann die konstituierende Versammlung im Gasthaus zum Roten Kreuz in Hugstetten statt, wobei die Gründung eines Sportschützenvereins in der March vorbereitet worden ist und die

Gründungsversammlung

auf den 15. November 1974 anberaumt wurde.

 

2. DIE NEUGRÜNDUNG    

Wie aus der nachstehend abgebildeten Voranzeige hervorgeht, fand dann am

15. November 1974

die Gründungsversammlung statt.

"Achtung! Freunde des Schießsports!                                    08.11.1974

VORANZEIGE

In der konstituierenden Versammlung am 13.09.1974 wurde die Gründung eines Sportschützenvereins "March" vorbereitet.

Die Gründungsversammlung findet nun am 15.11.1974 20:00 Uhr im Gasthaus "Rotes Kreuz" March-Hugstetten statt.

Hierzu lade ich alle ein, die daran Interesse haben und aktives oder passives Mitglied (auch weiblich) dieses neu ins Leben zu rufenden Vereins werden wollen.

Je stolzer die Mitgliederzahl, umso stärker der Verein für die kommenden Aufgaben.

Kommen Sie also recht zahlreich

Eberhard Kusterer
March-Hugstetten, Parkstr.1
Telefon 2156"

Angemeldet und eingetragen in die Liste der neuen Vereinsmitglieder haben sich noch an diesem Abend 36 Bürgerinnen und Bürger aus der March, Umkirch, Freiburg Hochdorf und aus der Stadt Freiburg zum Teil als "Aktive" oder "Passive".

Nachdem eine, bereits vorbereitete Satzung verabschiedet wurde, ging es an die Zusammensetzung

"der Vorstandschaft"

Bei dieser Wahl fungierte Kreisschützenmeister Alfons Zens als Wahlleiter, der auch die Gründungsversammlung mit Rat und Tat begleitete.

Zum 1.Vorsitzenden und Oberschützenmeister wurde

Eberhard Kusterer

einstimmig gewählt.

Zum 2.Vorsitzenden und Schützenmeister wurde

Franz Meßmer

ebenfalls einstimmig in dieses Amt berufen.

In das Amt des Schatzmeisters wurde

Paul Behringer

wie auch in das Amt des Schriftführers

Frank Freiherr von Schwerin

einstimmig gewählt.

Zum Sportleiter wurde

Horst Behrend

ernannt.

Zu Beisitzern wurden gewählt

Josef Hank

Gustav Zimmer

Dr. Gernot Zibell.

In das Amt der Kassenprüfer wurden berufen

Jürgen Holzlöhn

Erich Schaffner.

 

Nach einer anschließend ausführlich geführten Debatte über die Namensgebung entschied man sich für den Namen

SPORTSCHÜTZEN MARCH

und damit war auch die Neugründung beschlossen und besiegelt.

Aber all diese Dinge sind ausführlich im Gründungsprotokoll enthalten und aufgeführt. Sie hier noch in allen Einzelheiten aufzuführen, würde den Rahmen dieser Chronik sprengen.

Nun hatte also die erst ein Jahr alte Einheitsgemeinde March einen eigenen Schützenverein, welcher mit als erster Verein den Namen dieser Gemeinde "MARCH" trug, was dem damaligen Bürgermeister Rudolf Sontheimer gar nicht so recht gefallen hat.

Daß im Verlauf der Zeit die eine oder andere größere Schwierigkeit auf ihn zukommen würde, wird sich im weiteren Verlauf dieser Aufzeichnungen noch herausstellen.

Um die Regularien vollends zum Abschluß zu bringen, mußte der Verein beim Südbadischen Sportschützenverband und damit auch als Mitglied beim Deutschen Schützenbund angemeldet, sowie im Vereinsregister des Amtsgerichts in Freiburg eingetragen werden.

Dabei gab es allerdings keinerlei Schwierigkeiten.

 

 

EBERHARD KUSTERER

Initiator und Gründer

der

SPORTSCHÜTZEN MARCH e.V.,

Oberschützenmeister seit 15.11.1974

 

 

 

3. DER LANGE WEG BIS ZUM ZIEL!    

Was ist ein Schützenverein, ohne Möglichkeit zum Schießen?

Nun, hier hat sich unser Gründungsmitglied Walter Simon eingeschaltet und sich mit dem ehemaligen OSM des Bötzinger Schützenvereins, Willi Sexauer in Verbindung gesetzt und eine Vereinbarung in folgender Form getroffen.

Die Bötzinger Schützen unterhielten zu dieser Zeit im Keller des alten Schulhauses ein Provisorium für Luftdruckwaffen und hier sollten nun die Marcher Schützen jeweils am Dienstag-Abend trainieren und ihre ersten "Schießversuche" machen dürfen.

Zuvor wurde jedoch schon im Nebenzimmer des Gasthauses zum "Roten Kreuz" in Hugstetten von Heiner Gehring, jedem, der es vorab einmal wissen wollte, Unterweisung in Haltung und Anschlag zuteil.

Damit gab sich natürlich Eberhard Kusterer nicht zufrieden. Er schrieb an die Gemeinde March und bat um Bereitstellung eines passenden Geländes für den Bau einer Schießsportanlage.

An sich ein gewagtes Unterfangen, denn von was sollte dieser junge Verein so etwas finanzieren? Unter den 4 Vorschlägen, welche die Gemeinde den Sportschützen unterbreitete, befand sich auch das ehemalige Munitionslager der französischen Besatzungsmacht, welches inzwischen freigeworden, auf der "Christ".

Daß dieses Gelände zwar Eigentum der Gemeinde March war, jedoch auf der Gemarkung des Ortsteiles Hochdorf, also Freiburg lag, stellte sich erst heraus, als das erste Baugesuch auf den Tisch kam und der Ortschaftsrat und die Stadt Freiburg ein Wort mitzureden hatte.

Und dieser Ortschaftsrat wollte keinen "Marcher Verein" auf seiner Gemarkung und schon gar keinen "Schützenverein", obwohl vor 1945 in Hochdorf schon einmal ein Schützenverein bestanden hatte, in welchem Josef Hank und Hermann Kümmerle damals Mitglied waren und Meisterschaften schoßen. Unterlagen darüber gab es leider nicht mehr.

Und so verlief Baugesuch um Baugesuch (die Planung lag damals noch in den Händen unseres Mitglieds Hubert Bürgi), trotz wiederholter Gespräche mit den maßgebenden Herren der Stadt Freiburg und den von Bürgermeister Sontheimer immer wieder mit Nachdruck vorgebrachten Argumenten, die March verfüge über kein anderes, passendes Gelände, im Sand.

Inzwischen wurde OSM Kusterer anderweitig aktiv. Er richtete an den Ortschaftsrat des Ortsteiles Hugstetten ein Gesuch, einen Teil des großen Saals im Obergeschoß des Feuerwehrhauses, als Provisorium ausbauen zu dürfen.

Diesem Antrag stimmte der Ortschaftsrat Hugstetten dann am

27. April 1976

zu, unter der Voraussetzung, daß die Sportschützen die Arbeiten in Eigenleistung durchführen, da auch die Gemeinde dafür keine Mittel mehr im Haushalt zur Verfügung habe.

Es wurde aufbereitet und so entstand in fleißiger Eigenarbeit gemäß des von OSM Kusterer erstellten Planes das Vereinsheim mit 5 Seilzuganlagen für Luftdruckwaffen im Feuerwehrhaus Hugstetten.

Wenngleich die Sportschützen March in dieser an sich hübschen Umgebung eine Heimstätte gefunden haben und damit auch die Möglichkeit, um regelmäßig auf dem Sektor "Luftdruckwaffen" trainieren zu können, wobei sie im Laufe der Jahre, wie nachfolgende Bilder zeigen, auch beachtliche Erfolge auf Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften, erzielen konnten, fehlte ihnen die Möglichkeit, um sportlich weiter zu kommen, mit den Klein-Kaliber-Waffen zu trainieren.

Und so wurde mit der SG Freiburg ein Abkommen getroffen, wonach unsere Aktiven auf den dortigen Anlagen an einem Samstag-Vormittag, KK-Pistole und Gewehr einem regelmäßigen Training nachgehen konnten.

 

 

Auf dem Treppchen bei der LM 1985

Und auf der anderen Seite, unsere Junioren-Mannschaft nach dem siegreichen Abschneiden bei der Landesmeisterschaft in Hüfingen 1985.

 

 

 

Wenn man auch glücklich über dieses Provisorium war, so blieb doch der Gedanke nach einer richtigen Schießanlage wach.

So war unser OSM Kusterer weiterhin unermüdlich, in enger Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister Josef Hügele bemüht, einen geeigneten Platz zu finden, auf welchem eine modere Schießsportanlage mit Vereinsheim erstellt werden könnte.

Doch so groß die Gemeinde March mit ihren vier Ortsteilen auch ist, es war unheimlich schwierig, ein passendes Gelände zu finden.

Viele Möglichkeiten wurden erwogen, doch weil nicht geeignet/zu nah am Wohngebiet usw. verworfen, bis endlich Licht ins Dunkel zu kommen schien.

Im Ortsteil Holzhausen, jenseits der Autobahn, hinter dem ehemaligen Schuttplatz, wo angeblich vor 1945 sich ebenfalls ein Schießstand befunden haben soll, (Reste davon stehen heute noch) sollte es eine Möglichkeit geben, die Sportschützen anzusiedeln.

Man beauftragte also das Arch.-Büro Neumann mit der Planung und ein Baugesuch auf den Weg zu bringen.

Leider scheiterte auch dieses Vorhaben dann letztendlich beim LRA Breisgau-Hochschwarzwald, wegen den zu erwartenden zu hohen Kosten bei der Erschließung.

Nur, uns Sportschützen March kostete diese "Null-Nummer" annähernd DM 5.000. --, weil ja das Arch.-Büro seine Arbeit bezahlt haben wollte.

Wenngleich zuvor schon viele Möglichkeiten gescheitert sind und man immer wieder ins Leere gelaufen ist, so behält sich der Chronist vor, über diese Fehlschläge im Einzelnen nicht zu berichten, weil dies Seiten füllen würde und die Leser dieser Chronik ermüdend und dazu wenig lukrativ erscheinen würde, weil die Einzelheiten nicht so geschildert werden könnten, um sie interessant zu machen.

Finanziell war der Verein damit nicht belastet, (ausser dem Fall in Holzhausen). Gekostet hat es aber sicher einen Mann viel Zeit und Ärger, unserem OSM.

Doch er hat sich zu keiner Zeit auch nur im Geringsten unterkriegen lassen.

Also ging das Ganze, wie schon oft von Neuem los. Und wer unseren OSM kannte und kennt, wußte, daß dieser die Flinte nicht ins Korn warf, sondern erneut mit aller Kraft auf ein neues Ziel konzentrierte, nach dem Wahlspruch:

Allen Gewalten, zum Trotz sich erhalten,
mutig sich zeigen, nimmer sich beugen,
rufet die Arme der Götter herbei!

 

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