Sportschützen March e.V.

Chronik anlässlich unseres 25jährigen Jubiläums

 

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4. EIN HOFFNUNGSSCHIMMER; 5. DIE ZIELGERADE

 

4. EIN HOFFNUNGSSCHIMMER!    

Wenn auch Herr Bürgermeister Hügele sehr im Zweifel darüber war, daß die EVO in Breisach damit einverstanden sein könnte, daß in ihrer Nachbarschaft und der dort verlaufenden Gasleitungen eine Schießsportanlage gebaut werden könnte, so hat ihn unser OSM eines Besseren belehrt. Denn er erreichte bei einem Gespräch mit den maßgebenden Herren in Breisach, daß, wenn ein entsprechender Schutzabstand eingehalten würde, man mit einer Zustimmung rechnen könnte.

Nicht zuletzt war aber zum gleichen Zeitpunkt der Ortsvorsteher von Neuershausen; Herr Philipp Quennet am Werk und er versuchte, einen entsprechenden Platz neben den Sportanlagen des SC Neuershausen ins Gespräch zu bringen und die Sportschützen in dieser Raumschaft einzugliedern.

Da war natürlich wieder unser OSM gefragt, denn er fertigte diverse Pläne aus, um diese Schießsportanlage für alle zufriedenstellend zu plazieren. Viele wurden verworfen, weil nicht realisierbar war. Auch im Bereich der EVO mußten diverse Variationen planmäßig ausgewiesen werden.

Nach vielem Ringen und den Bemühungen um die beste Lösung, entschied sich der Gemeinderat für das heutige Konzept und so konnte unser OSM an die endgültige Planung gehen, welche ihn noch viele Stunden am Reißbrett verweilen ließ.

Leicht war es nicht, denn auch seine Ideen für die Gestaltung mußte auch die Zustimmung der OFD finden, denn davon hing auch der Zuschuß aus Toto-Lotto-Mitteln ab, und ohne dieses Geld lief nichts, wenngleich die Sportschützen schon ein hübsches Sümmchen angespart und auf der Kante hatten.

Das nun eingereichte Baugesuch fand auch die Zustimmung des Bauausschußes der Gemeinde und so nahm das Ganze seinen Weg zum Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, als der zuständigen Genehmigungsbehörde.

Alles schien so schön zu laufen. Zwar gab es verschiedene Einsprüche von Seiten der Vogelschützer, der Polizeibehörde betreffend der geringen Anzahl von ausgewiesenen Parkplätzen und der "gefährlichen" Einfahrt. Alles dieses konnte im wesentlichen ausgeräumt werden. Doch wenige Tage vor der Ausstellung der Baugenehmigung traf die Schützen ein harter Schlag aus dem Hinterhalt, wie ein Blitz vom heiteren Himmel!

Der BUND reichte beim Landtag Baden-Württemberg gegen den Bau dieser Schießsportanlage im Landschaftsschutzgebiet eine Petition ein.

Welch harten Kampf unser OSM über 1 1/2 Jahre führen mußte, läßt sich nicht so einfach beschreiben. Daneben tauchte von den Grünen ins Spiel gebracht eine Alternative auf, wonach ein Standort in Holzhausen präsentiert wurde, neben der Autobahn. Heute befindet sich dort die neue Anlage des SC Holzhausen.

Doch gegen eine Schießsportanlage in diesem Bereich legte der Ortsrat Holzhausen sein Veto ein, man wollte dort keinen Schießstand, wegen des zu erwartenden "Lärms".

Also, doch wieder Neuershausen. Um diesen Hin- und Her zwischen diesen beiden Standorten ein Ende zu bereiten nahm sich die 1.Landesbeamte Frau Heute-Blum vom LRA persönlich dieser Sache an und kam mit einigen ihrer Beamten zur Ortsbesichtigung nach Neuershausen.

Ihre Frage, "was ist hier schützenswert? war eine Folgerung aus der Tatsache, daß die Schießsportanlage wenige Meter neben der lärmintensiven Landstraße, die Umgebung reichlich bestückt mit Hochspannungmasten- und Leitungen, der sich nebenan befindliche Fußballplatz des SC Neuershausen angesiedelt werden soll.

So kam es dann auch zu einer positiven Stellungnahme gegenüber dem Innenministerium und dem Petitionsausschuß, wobei unserem OSM nicht zuletzt auch befreundete Landtagsabgeordnete zu Hilfe kamen und ihm ihre volle Unterstützung gegeben haben, ungeachtet welcher Partei sie angehörten.

Nur, es mußten Pläne geändert werden, da der Petitionsausschuß gewisse Bedingungen an seine possitive Entscheidung knüpfte.

Aber, das war für unseren OSM keine große Sache, so daß die Baugenehmigung nach 2 Tagen in seinen Händen lag.

Dinge, wie Toto-Lotto-Antrag, Finanzierung u.a.m. ging den Gang durch die Behörden, bis nach Erteilung einer Unbedenklichkeitsbescheinigung durch den Badischen Sportbund mit den Erdarbeiten, d.h. Aufschüttung des Erdwalles begonnen werden konnte.

 

5. DIE ZIELGERADE!    

Nun war es also "ENDLICH" so weit!

Das LRA Breisgau-Hochschwarzwald legte und das war etwas überraschend, eine 2-Seiten umfassende Baugenehmigung mit vielen Auflagen vor. Der "Rote Punkt" ließ zwar auf sich warten, aber mit der Baugenehmigung in Händen konnte man wenigstens auch den Antrag an den Badischen Sportbund auf Zuteilung von Toto-Lotto-Mitteln auf den Weg bringen.

Alles in allem gesehen, "Gut Ding braucht Weile" es ging nur schrittweise voran.

 

Am 16. April 1988 endlich erfolgte dann der

1. Spatenstich

mit einer kleinen Feier.

Hier, der 1. Spatenstich mit Bürgermeister Josef Hügele!

 

 

Wie schon erwähnt, konnte dann bereits mit den Erarbeiten, d.h. mit der Schüttung des die Anlage umgebenden, 3,6 m hohen Erdwalls begonnen werden.

Und als dann die endgültige Bewilligung der staatl. Mittel vorlag, konnte auch das Schnurgerüst erstellt und eine Baufirma mit den ersten Arbeiten, wie Fundamente und Bodenplatte, sowie mit der Verlegung der Ent-& Versorgungsleitungen beauftragt werden.

Aber, kaum war diese Firma abgezogen, begannen schon unsere Schützen, unterstützt von befreundeten Maurern, in knapp 4 Wochen das gesamte Mauerwerk aufzurichten, welches notwendig war, damit die Firma Lörch mit der Errichtung des Fachwerkes und des Dachstuhls beginnen konnte.

So wurde es möglich, daß wir bereits am 09.09.1988 das Richtfest feiern konnten.

Zu diesem feierlichen Anlaß erschienen viele gute Freunde, welche dieses Ereignis miterleben wollte. Auch Bürgermeister Hügele, begleitet von einigen Gemeinderäten, dem Ortsvorsteher mit seinen Ortschaftsräten, ließ es sich nicht nehmen, daran teilzuhaben, um sich dann anschließend eingehend über die gesamte Anlage, welche ja nun mehr oder weniger im Rohbau stand, informieren zu lassen.

Was ja natürlich bei einem solchen Anlaß nicht fehlen durfte, waren Freibier und heiße Würste.

So flott, wie das am Anfang mit dem Mauerwerk, dem Zimmermann und dann auch mit der Rauhspundschalung auf dem Dach lief, so lief es auch noch mit dem Dachdecken.

Das war eine Heidenarbeit, diese Bitumenschindeln zu verlegen. Aber auch das Ausmauern der Außenwände mit Ytonsteinen zwischen dem Fachwerk ging zügig voran.

Danach gingen unsere Spezialisten für den Innenausbau ans Werk. Angefangen bei den Innenwänden, über die Verlegung der elektrischen Leitungen, der Rohre für die Heizung und der Wasserversorgung dauerte es doch viele Monate, denn es konnte ja nur an den Samstagen gearbeitet werden, bis dies zu Ende gebracht werden konnte. Die Fenster mußten in Auftrag gegeben werden, Türzargen eingesetzt, damit der Estrich, ebenfalls durch eine Spezialfirma eingebracht werden konnte:

Nach einer Ruhepause ging es dann an die Fliesenarbeiten für die Wände und die Böden. Mit Innenputz und Deckenverkleidung verstrichen Monate um Monate, wenngleich jeden Samstag genug Leute "am Bau" waren, die Arbeiten waren vielgestaltig.

Bis zur endgültigen Fertigstellung kam ja auch noch der Ausbau der Schießstände, die Erstellung der Hochblenden, der Kugelfänge, die Montage der Seilzuganlagen und der Vorrichtung für die Pistolen-Anlagen hinzu.

Auch mußte das gesamte Areal mit einem Zaun umgeben werden, was ebenfalls großen Einsatz mit dem Vorbereiten und dem Setzen der Pfosten und Streben erforderlich machte. Ebenso war die Aufbringung des Außenputzes sehr zeitaufwendig.

Es würde im Rahmen dieser Chronik zu weit führen, würde man jeden einzelnen Arbeitsgang hier erläutern.

Festzuhalten ist jedoch, daß dieses Werk mit insgesamt ca. 15.000 Stunden, erbrachter Eigenleistung zustande gekommen ist.

Die Schießanlage wurde mit 12 10m Ständen für LG und LP ausgerüstet. Zusätzlich mit 12 Spezialtischen für den 3-Stellungskampf der Jugend- und Schülerklasse.

Hinzu kamen die 6 x 5 =25 m Stände mit den Drehscheiben-Anlagen für die Sportpistolen-Disziplinen.

Nach der Sicherheitstechnischen Abnahme durch das LRA und des Reg. Präs. konnte man mit Bedacht an die Feierlichkeiten der Standeinweihung gehen.

 

 

  Hier im Bildausschnitt der Anlagen für LG und LP

 

 

 

   Die KK 50 m Anlage                          und                        Sport Pist. 25 m Anlage

 

 

 

 

 

 

Und so sieht es im Vereinsheim aus!

 

 

 

 

 

 

Was man innerhalb dieser Chronik nicht unbedingt unter den Tisch fallen lassen darf, ist das etwas außergewöhnliche Problem der Beseitigung des Abwassers, welches zu lösen nicht ganz so einfach war.

In der Baugenehmigung war eine 3 Kammer-Klärgrube vorgeschrieben Doch als es dann an die wasserrechtliche Genehmigung durch das Wasserwirtschaftsamt ging, sah die Sache anders aus. Klärgruben im Außenbereich werden nicht mehr genehmigt, so das WWA.

Eine Kostenanalyse eines Freiburger Ing.-Büros überstieg alle Vorstellungen, DM 340.000,-- für eine AW-Druckleitung war unannehmbar.

Man suchte einen gangbaren Weg mit dem Einsatz einer billigen Baggerfirma, Selbstverlegen der Druckrohre und Kauf und Einbau eines Pumpwerkes. Auch dies mußte verworfen werden, da trotzdem noch zu teuer.

Unser OSM, als beratender Ing. für Tief- und Rohrleitungsbau hielt eines Tages einen Prospekt einer Schweizer Firma in Händen, welche ein entsprechendes Pumpwerk liefern und die Leitung mit einem Spezialpflug verlegen könnte. So kam es dann auch, daß man mit Unterstützung durch die Gemeinde eine gangbare Lösung gefunden wurde.

Eine 750 m lange AW-Druckleitung eingepflügt, mit vorgeschaltetem Pumpwerk (mit Zerhacker) bis zum Hauptkanal des AWV Breisgauer Bucht, bot nicht nur den Sportschützen, sondern auch dem SC Neuershausen und dem Schäferhundeverein, welchen ihre Klärgrube abgesprochen worden ist, eine zufriedenstellende, für die Zukunft eine alle Probleme lösende Abwasserbeseitigung.

Mit einem Drittel der ursprünglich (s. oben) veranschlagten Kosten, denn es gab Toto-Lotto-Mittel, die Gemeinde übernahm die Kosten für die Leitung, die Durchpressung der Landstraße bekamen wir für eine Spendenquittung, stellte diese Lösung keine allzugroße Belastung dar.

 

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